Ökologisch googlen

Google spricht jetzt mit mir. In den letzten Tagen hat mich mein Smartphone immer wieder darauf hingewiesen, dass der neue Google Assistent („mein persönlicher Helfer“ – wie in der Werbung angepriesen) nun zu Verfügung steht. Aus Neugierde habe ich installiert und im Austausch für vermutlich alle getätigten Aussagen in der Umgebung meines Smartphones, gehorcht Google mir nun aufs Wort und der Assistent sucht für mich alles heraus, was ich wissen möchten, öffnet Apps, spielt Musik ab oder erklärt mir den Weg zur nächsten Tankstelle und vieles mehr. Google zieht also auf diesem Felde nach, indem vor allem Amazon seine Assistentin Alexa in den letzten Monaten stark positioniert hat, in das aber auch die smartphoneeigenen Hilfssysteme wie Siri oder Bixby drängen.

Nun habe ich einmal gehört, dass zwei Googlesuchen so viel Energie verbrauche, wie das kochen einer Tasse Tee. Zwar lässt sich diese Zahl heute nicht mehr so richtig verifizieren, da Google in den letzten Jahren nicht mehr veröffentlicht, wie viel Strom eine Anfrage verbraucht und wie viel CO2 dadurch ausgestoßen wird, dass eine Menge elektronische Infrastruktur dafür unterhalten werden muss, ist jedoch eindeutig. Die Frage ist also: Müssen wir wirklich alles mit Hilfe eines digitalen Assistenten erledigen, der für die meisten seiner Aufgaben zunächst einmal Ressourcen im Internet anzapfen muss?

Die Suchmaschine Ecosia.org, ein Berliner Unternehmen, macht schon seit Jahren darauf aufmerksam und versucht deshalb Google Konkurrenz zu machen, in dem es mit 80% ihrer Einnahmen Aufforstungsprojekte weltweit unterstützt. Mittlerweile haben sie, eigenen Angaben zufolge, bereits über 13 Millionen Bäume pflanzen lassen. Wer also aufs googeln nicht verzichten kann (und wer kann das heutzutage schon?), findet hier vielleicht ein ökologischere Alternative. Aber auch Google hat erkannt, dass der Strombedarf enorm ist und seit Jahren daran gearbeitet den Verbrauch zu senken und die Rechenzentren effektiver zu gestalten. Zudem bezieht Google seit 2017 seinen gesamten Strom (2,6 Gigawatt) aus erneuerbarer Energie.
Es gibt jedoch eine kleine Einschränkung bei Ecosia. So bekommt man nicht dieselben Ergebnisse wie bei Google, da bei Ecosia im Hintergrund der Microsoftableger Bing arbeitet. Da uns diese Suchmaschine meistens noch nicht so gut kennt wie Google, sind die Ergebnisse oft nicht ganz so passend. Wen das nun wiederum beunruhigt, dem sei die Suchmaschine DuckDuckGo.com ans Herz gelegt, die zwar mit Google sucht, aber keine persönlichen Nutzerdaten aufzeichnet.    

Bild: pexels.com/CC0 Lizenz

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