Neuanfang mit ganz viel Mut

Nach der Schule mit 16 Jahren in die Ausbildung, anschließend die direkte Übernahme in eine Festeinstellung und nach 10 Jahren immer noch im gleichen unbefristeten Beruf des Reiseverkehrskaufmanns – routinierter Alltag – klingt doch gut oder? Doch mit Blick auf das näherkommende Lebensjahrzehnt sagte meine innere Stimme: Das ist nicht das, womit du alt werden möchtest. Da gibt es etwas anderes und genau das ist dein Ding! Gemeint ist damit mein ehrenamtliches Engagement in der katholischen Kirchengemeinde, die Erfahrung als Gruppenleiter in der Jugendarbeit, mein Messdiener-Dasein und das Erlebnis Ferienfreizeiten. Wie kann ich also sprichwörtlich mein Hobby, die Begleitung von Jugendlichen, zum Beruf machen? Was kann ich tun, um meinem Ziel näher zu kommen?

Schnell war mir klar, wenn du jetzt nicht diesen Schritt der Veränderung gehst, dann wahrscheinlich gar nicht mehr. Da gibt es Freunde von mir, die studierten Soziale Arbeit in Münster - das klang gut, das könnte auch zu mir passen! Da besteht die Möglichkeit, Aspekte aus den freizeitlichen Interessen einzubringen und abzudecken. Also habe ich nach Möglichkeiten für ein Studium gesucht. Bestätigungen und Zuspruch für den Veränderungswunsch bekam ich vom Diakon und Pfarrer der Gemeinde, meiner Familie und meinen Freunden. Doch Ich musste abwägen und stand folglich vor einer schweren Entscheidung: Da gab es auf der einen Seite den unbefristeten Job, ein geregeltes Einkommen, die liebgewonnen Kollegen und Kunden und auf der anderen Seite die Bewerbung und der Wunsch nach einem Studium der Sozialen Arbeit in Münster. Die Sehnsucht nach einer Veränderung war groß, alle standen hinter mir und meiner Entscheidung für einen Neuanfang! Ich bin das Risiko eingegangen, auch am Ende zu verlieren und mit nichts da zustehen. Ich habe alles auf eine Karte gesetzt und die Bewerbung auf den Weg gebracht, meinen Job gekündigt, obwohl die Zusage für das Studium noch über zwei Monate ausstand. Der Mut wurde belohnt – ich erhielt den so sehr gewünschten Platz in Münster. Mir war klar, dass sich durch das Studium auch erst mal mein Lebensstandard verändern würde - das habe ich in Kauf genommen. Bis heute habe ich zu keiner Zeit bereut, diesen Schritt gegangen zu sein. Jetzt stehe ich kurz vor dem Abschluss des Bachelor-Studiums, habe meine Bachelorarbeit eingereicht und freue mich, glücklich und stolz in den neuen Berufszweig zu starten! Alles richtig gemacht! Ich kann nur jedem raten: Hört auf euren „inneren Berater“, handelt aus dem Herzen und mit viel Mut – dann meistert ihr auch Neuanfänge sowie schwere Entscheidungen und werdet mit Glück belohnt!

Text: Stephan Schröer
Foto: Stephan Schröer

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