Stammtischparolen Kontra geben

Offener Workshop Abend im Areopag in Recklinghausen

Wie reagieren, wenn die Tante beim Kaffeetrinken gegen Flüchtlinge wettert, der Kumpel abwertend über Frauen spricht, in der Kneipe ausländerfeindliche Sprüche gebracht werden? Um den richtigen Umgang mit Stammtischparolen ging es am Abend des 24. Januars im Areopag in Recklinghausen. Zum offenen Austausch und Workshop mit Diversity-Trainerin Patricia Karuhtz (http://www.vielfaltleben.com/) hatten die Abteilung für Kinder, Jugendliche und Junge Erwachsene des Bistums Münster und der BDKJ Diözese Münster e.V. gemeinsam mit dem Projekt 2 und dem Areopag Recklinghausen eingeladen.

25 Teilnehmer/-innen aus Jugendverbänden, den umliegenden Gemeinden, von YoungCaritas und regelmäßige Besucher des Areopag kamen, um sich Strategien für diese unangenehmen Gesprächssituationen anzueignen. Einig waren sich alle Anwesenden darin, dass sie es als schwierig empfinden, sich gegen Stammtischparolen zu äußern. Doch klar war auch: Schweigen wird als Zustimmung verstanden. Umso wichtiger bewerteten es die jungen Erwachsenen, ihren Standpunkt zu vertreten, um derartige Parolen nicht gesellschaftsfähig werden zu lassen.

Gemeinsam mit der Referentin Patricia Karuhtz wurden Stammtischparolen definiert. So bezeichneten die Workshop Teilnehmer/-innen Parolen als:
• hetzerisch
• verallgemeinernd + absolut + pauschal
• ausgrenzend (Wir vs. Die)
• umgangssprachlich
• verkürzt (Halbwahrheiten)
• emotional aufgeladen
• negative Unterstellung
• fordern Zustimmung
• provokant

An den Motiven bzw. Merkmalen wurde deutlich gemacht, warum sie häufig so erfolgreich wirken und es nicht leicht ist, etwas entgegenzusetzen. Dazu trägt etwa bei, dass die Aussagen emotional, unkonkret und verallgemeinernd gestaltet und oft durch vermeintlich persönliche Erfahrungen angereichert sind. Zudem werden sie in aller Regel dann geäußert, wenn sich die Personen in der Überzahl und damit sicher fühlen.

Im Anschluss entwickelten und diskutierten die Teilnehmer/-innen Gegenstrategien. Eine Möglichkeit ist es zum Beispiel gezielt Nachzufragen oder Empathie anzuregen um eventuell Gemeinsamkeiten zu finden. So kann auf einer neuen Basis offener diskutiert werden. Weitere Gegenstrategien sind:
• Einzelne separieren
• Gegenbeispiele nutzen
• Körpersprache einsetzen
• Fakten kennen
• ICH Botschaften aussprechen
• Verallgemeinerungen entlarven
• Situation verlassen
• Sich mit weiteren Personen im Umfeld verbünden
• Eigen Ansprüche senken
• Stille, zurückhaltende Menschen einbinden
• Gesprächsregeln einfordern, beim Thema bleiben
• Humor

Mit den verschiedenen Veranstaltungen unter dem Label „Denke Bunt“ möchten sich die Veranstalter für eine offene und tolerante Gesellschaft einsetzen.
Weiteres Material findest du z.B. hier:
Pro Asyl

Text: BDKJ Münster & Christoph Aperdannier

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